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Neuigkeiten
06.07.2017, 12:33 Uhr | ▄bersicht | Drucken
Hochfinanz in Neulu▀heim
Lu▀heimer Nachrichten: Aus den Fraktionen | Ausgabe Juli 2017 | Andreas Sturm

Parkinson ist auch in Neulußheim aktiv. Die letzte Gemeinderatssitzung bot dafür wieder einmal ein schönes Beispiel. Wobei hier nicht die Nervenkrankheit gemeint ist, sondern ein von Cyril Northcote Parkinson 1957 formuliertes Gesetz.

Worum geht es dabei? In dem 1957 veröffentlichten Beitrag „Hochfinanz oder der Punkt, an dem das Interesse erlischt“ schreibt Parkinson: „Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten.“



500.000 Euro. 0 Fragen.

500.000 Euro für eine neue Rundlaufbahn – diese Entscheidung stand eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung. Denn in Neulußheim wird momentan kräftig investiert. Lußhardtschule und Hardthalle werden für viel Geld saniert. Bis diese beiden Maßnahmen abgeschlossen sind, da war sich der Gemeinderat einig, werden keine neuen teuren Projekte in Angriff genommen.

Damit die Sportlerinnen und Sportler des Turnerbundes die Rundlaufbahn aber dennoch gut nutzen können, wurden dem Gemeinderat als Übergangslösung zwei Alternativen vorgeschlagen. Erstens eine Auffrischung und zweitens eine Sanierung des vorhandenen Belags. Wir von der CDU haben uns für die umfassende Sanierung ausgesprochen. In Anbetracht der Umstände erscheint uns dies als das Sinnvollste.

Nicht so die SPD. Zu unserer großen Überraschung sah man gar keine Alternative zur Komplettsanierung, also zur Umwandlung der Rundlaufbahn in eine Tartanbahn samt Miterneuerung des benachbarten Gummiplatzes und der beiden Felder am Kopfende des Rasenplatzes im Innenbereich der Rundlaufbahn. Fragen dazu gab es keine. Dabei, so die Meinung der CDU, wäre bei dieser Entscheidung doch vorab so manches zu prüfen. So zum Beispiel, welche Kunststoff-Beläge sich eignen, ob es Alternativ-Beläge gibt, wie haltbar diese sind und welche Kosten anfallen.


5.000 Euro. 10 Fragen.

Jede Menge Fragen hatte die SPD dafür bei einem anderen Tagesordnungspunkt. Da ging es um 5.000 Euro für das Deutsche Rote Kreuz. Weil das DRK ein neues Einsatzfahrzeug anschaffen will, wird eine neue Garage benötigt. Uns von der CDU erschien dieser Zuschuss gerechtfertigt, auch in Anbetracht der wichtigen Aufgaben des DRK.

Fragen der SPD wie die nach der Notwendigkeit von Garage und Fahrzeug sowie weiteren Angeboten und viele weitere sind berechtigt. Die CDU hätte sie allerdings auch bei der Investition in eine Kunststoffbahn für 500.000 Euro erwartet. Da würden wir diese Fragen stellen.

Gesetz der Trivialität

Cyril Northcote Parkinson hat seine Überlegung das „Gesetz des Trivialität“ getauft. Überspitzt formuliert sagt er, dass gravierende Entscheidungen, die oft sehr hohe Kosten zur Folge haben, innerhalb kürzester Zeit getroffen werden. Im Gegensatz dazu werden weniger wichtige Tagesordnungspunkte ausführlich diskutiert.

Warum ist das so? Parkinsons Antwort: Weil der Großteil der Anwesenden keine größere Ahnung von komplexen Themen hat und nichts von den möglichen Konsequenzen versteht. Zu den weniger wichtigen Punkten kann dagegen jeder etwas beitragen.

Auch wenn die Komplexität einer Rundlaufbahn nicht gar so hoch und damit auch das Wenig-Ahnung-Haben geringer ist als bei Parkinsons Beispiel des Atomkraftwerks: Zutreffend ist allemal, dass auch in Neulußheim bei umfangreichen Projekten viel weniger nachgefragt wird als bei kleineren. Die Kenntnis von Parkinson und seinem Gesetz der Trivialität hilft, diese Prioritäten zu hinterfragen und Zeit besser zu nutzen. Und es hilft, in manchen Gemeinderatssitzungen nicht zu verzweifeln.

 



aktualisiert von Andreas Sturm, 06.07.2017, 12:35 Uhr


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