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05.02.2017, 21:36 Uhr | ja Übersicht | Drucken
Aufpassen, schreien, wehtun, weglaufen: Strategien zur Selbstverteidigung
Selbstverteidigungskurs der CDU-Neulußheim in der OASE

„Stopp! Bleiben Sie stehen!“ schallt es laut durch den Raum. Zehn Frauen sind der Einladung von CDU Neulußheim und Oase Fitness-Anlage gefolgt und üben, sich einen aufdringlichen Mann vom Leib zu halten. Auch das ist Selbstverteidigung. „Die beste Strategie gegen Überfälle ist, ihnen aus dem Weg zu gehen“, erklärt Polizeihauptkommissar Bernhard Zieger.



Im Lauf des Selbstverteidigungs-Workshops wird schnell klar, wie sehr diese Aussage stimmt. Denn wenn eine Extremsituation eintritt, man gewürgt wird oder gar am Boden liegt, ist es für Ungeübte schwer, einem oft viel stärkeren Gegner zu entkommen. Aber auch für so einen Extremfall zeigt Bernhard Zieger einige Handgriffe und die Teilnehmerinnen staunen, wie einfach man sich auch einem Würgegriff entwinden kann. „Und dann hart zuschlagen und nichts wie weg!“ sagt Zieger. „Ihr müsst den Überraschungseffekt nutzen und schnell das Weite suchen.“ Denn ohne ständiges und kontinuierliches Training, das wird er nicht müde zu betonen, hat Frau es gegen einen aggressiven, starken Mann schwer.

 

Täter suchen sich Opfer, keine Gegner

Zieger legt im Workshop deshalb den Schwerpunkt auf Vermeidung. „Täter suchen sich Opfer, keine Gegner“, erklärt er. Aus seiner langjährigen Berufserfahrung weiß er, dass es viele Frauen gibt, die mehrmals Opfer von Gewalt werden. Deshalb übt er mit den Teilnehmerinnen, selbstbewusst zu gehen. „Es ist wichtig, aufrecht zu gehen und achtsam zu sein. Auch der Blickkontakt zum Gegenüber ist wichtig. Gesenkter Kopf und gebeugte Schultern signalisieren eine Opferrolle.“ Und wenn man sich doch einmal verfolgt fühlt? „Am besten, ihr wechselt erst einmal die Straßenseite und schaut, ob euch der Mann nachgeht“, rät Zieger. Das sei besser als Konfrontation. „Im schlimmsten Fall kann Konfrontation nämlich Gewalt auslösen.“ Und beim Joggen? „Stehen bleiben und vorbei lassen“, empfiehlt Zieger. „Kurz Blickkontakt suchen und bei Gefahr losrennen.“

Auch ein gutes Mittel zur Täterabwehr: Lärm. „Viele Täter machen sich aus dem Staub, wenn Aufmerksamkeit droht“, sagt Zieger. Ein Taschenalarm, der im Notfall gezogen wird, eine laute Trillerpfeife oder einfach ein Handygespräch sind nützliche Hilfsmittel. Und wenn lautes Telefonieren nichts genutzt hat und Frau körperlich bedroht wird? „Dann gibt es keine Fairness mehr!“ macht Zieger den Frauen Mut, auch hart zuzuschlagen. Der Tritt in die Weichteile ist dann ebenso erlaubt wie ein Nasenschlag. „Von unten mit der flachen Hand so hart wie möglich gegen die Nase dreschen. Es muss wehtun.“ Oder mit dem Ellenbogen den Kopf attackieren. Auch ein Feuerzeug oder ein Haustürschlüssel zwischen den Fingern tun gute Dienste. Und dann die Benommenheit des Gegners nutzen und weglaufen. „Denkt bitte nie, ihr seid Bruce Lee“, warnt Zieger. „Wegrennen ist in so einem Fall nicht feige, sondern überlebenswichtig.“

 

Üben für den Notfall

Hart zuschlagen, laut schreien, aggressiv sein – das fällt vielen Frauen schwer. Es im geschützten Raum zu üben, baut die ersten Hemmungen ab. „Es ist überraschend, wie echt sich der Würgegriff von Bernhard Zieger anfühlt und dass sofort das Adrenalin fließt“, sagt Rabea, eine der Teilnehmerinnen am Ende des zweistündigen Workshops. „Aber ich fühle mich jetzt auf alle Fälle sicherer.“ Denn es hilft, solche Gefahrensituationen zu üben – darin sind sich alle am Ende des Workshops alle einig.

 

Norbert Jakobi, Initiator des Workshops und Fraktionsvorsitzender der CDU Neulußheim, freut sich über das rege Interesse am Selbstverteidigungskurs und das positive Echo. Aufgrund der großen Nachfrage bieten CDU Neulußheim und Oase Fitness-Anlage noch einen weiteren kostenfreien Selbstverteidigungs-Workshop mit Polizeihauptkommissar Bernhard Zieger an. Er findet statt am 18. Februar 2017, um 15.00 bis 17.00 Uhr, in der Oase Fitnessanlage, Am Sportplatzweg 1-7 in Altlußheim. Es gibt einige wenige Restplätze. Anmeldungen nimmt Norbert Jakobi entgegen, Telefon 06205/308033 oder per Mail an norbert.jakobi@gmx.de.

ja



aktualisiert von Andreas Sturm, 05.02.2017, 21:40 Uhr


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