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26.03.2017, 21:22 Uhr | ja Übersicht | Drucken
Wer sorgt für mich, wenn ich es nicht mehr kann?
Informationsabend der CDU Neulußheim zu Vorsorgeverfügungen

„Es kann jeden treffen. Jederzeit. In jedem Alter.“ Wer bisher dachte, Vorsorgeverfügungen erst im Alter zu benötigen, wurde beim Informationsabend zu Vorsorgeverfügungen schnell eines Besseren belehrt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren der Einladung der CDU Neulußheim zum Vortrag von Rechtsanwalt Marcus Weis gefolgt. „Ein Unfall wartet nicht, bis Sie Zeit hatten, eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung anzufertigen“, machte Weis den Zuhörerinnen und Zuhörern gleich zu Beginn deutlich. „Von heute auf morgen kann es passieren, dass Sie nicht mehr für sich selbst entscheiden können. Und wer macht das dann für Sie?“



Bankgeschäfte, Behördengänge, Kündigungen: Eine Vorsorgevollmacht kann alles regeln.

Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung – um diese Regelungsinstrumente ging es im vollbesetzten Alten Bahnhof. Rechtsanwalt Marcus Weis, Partner der Kanzlei Speckhardt & Coll. Rechtsanwälte in Weinheim und Reilingen, informierte und beantwortete die vielen Fragen. „Vollmachten regeln unter anderem, wer für Sie Bankgeschäfte und Behördengänge erledigt, einen Platz im Pflegeheim sucht, die Wohnung kündigt oder bei einer Operation entscheidet“, erläuterte Weis.

In einer Vorsorgevollmacht kann fast alles geregelt werden, was der Betroffene möchte. Sie umfasst neben materiellen und finanziellen Regelungen auch den persönlichen Bereich und überträgt dem Vollmachtnehmer umfangreiche Befugnisse: Er darf Rechtsgeschäfte vornehmen, gerichtlich vertreten, über das Geldvermögen verfügen, über ärztliche Untersuchungen entscheiden. „Sie legen also Ihr Leben in die Hände eines anderen. Eine Vorsorgevollmacht ist eine Generalvollmacht“, so Weis. „Aber: Sie wählen diese Person im Vorfeld selbst aus. So können Sie sicherstellen, dass Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse bekannt sind und umgesetzt werden.“


Sprache der Medizin: Die Patientenverfügung ist für einen Arzt.

Im Unterschied zur Vorsorgevollmacht entscheidet über eine Betreuung ein Gericht. „Das Gericht sieht: Hier braucht jemand Hilfe“, beschrieb Weis diesen Vorgang. Wenn keine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung existiert, schlägt das Gericht einen Betreuer vor. Üblicherweise, so Weis, sei die Betreuungsverfügung Bestandteil der Vorsorgevollmacht.

Eine Patientenverfügung legt im Voraus fest, wie man ärztlich behandelt werden will. „Betreuer und Bevollmächtigte sind an eine Patientenverfügung ebenso gebunden wie Ärzte“, führte Weis aus. Und machte noch einen anderen Umstand deutlich, der das Abfassen einer Patientenverfügung oft so schwierig macht: „Der Adressat der Patientenverfügung ist der Arzt. Das heißt, sie muss für einen Mediziner formuliert werden.“ Weis riet deshalb, eine Patientenverfügung unbedingt mit einem Arzt durchzusprechen und sich erklären zu lassen.


Selbstbestimmt leben, Vorsorge treffen.

Für alle Vorsorgeverfügungen gilt: Sie müssen schriftlich abgefasst, unterschrieben und am besten notariell beurkundet sein. „Wie kann der Missbrauch von solch umfassenden Vollmachten verhindert werden?“ Diese Frage stellten sich viele der Besucherinnen und Besucher. „Eine Vollmacht ist nur wirksam, wenn der Bevollmächtigte ein Original vorlegt“, beruhigte Weis. „Und Sie geben die Vollmacht auch nicht heraus, sondern bewahren Sie bei sich auf. Außerdem können Sie sie jederzeit widerrufen.“

Andreas Sturm, Vorsitzender der CDU Neulußheim, freute sich über das große Interesse. „Mit einer Vorsorgeverfügung kann ich mein ureigenes Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen“, dankte Sturm Weis für die ausführlichen Informationen. „Eine Vollmacht gibt mir die Sicherheit, dass in meinem Sinn entschieden wird. Und sie gibt auch meinen Angehörigen Sicherheit. Denn für einen anderen zu entscheiden, ist keine leichte Sache.“

ja



aktualisiert von Andreas Sturm, 26.03.2017, 21:26 Uhr


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