CDU Gemeindeverband Neulussheim
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01.10.2015, 18:30 Uhr | i.b. Übersicht | Drucken
CDU Neulußheim feiert 70. Geburtstag
Gemeindeverband blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück


70 Jahre CDU Neulußheim: dieses Jubiläum fällt in diesem Jahr zusammen mit 25 Jahren deutsche Wiedervereinigung; Grund genug für den CDU Gemeindeverband, nicht nur zu feiern, sondern auch auf 70 Jahre politische Arbeit zurückzublicken.

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Neulußheim - Bereits im Herbst 1945 fand auf Initiative von Friedrich Stadler, dem späteren Bürgermeister (1948 bis 1966), die CDU-Gründungsveranstaltung statt. Neulußheim lag damals in der amerikanischen Besatzungszone, und die ersten Gemeinderatswahlen sollten schon im Januar 1946 stattfinden. Von der CDU-Liste wurden drei Gemeinderäte gewählt. Bei der darauffolgenden Gemeinderatswahl, die bereits im Dezember 1947 stattfand, hatte sich deren Zahl schon auf sechs verdoppelt. Die heutige Generation wird sich vielleicht fragen, ob die Neulußheimer damals nicht schon genug damit zu tun hatten, ihr tägliches Überleben zu sichern. Als Arbeiterdorf war Neulußheim auf Lebensmittelzuteilungen angewiesen, hinzu kam die Wohnungsnot, die durch den großen Zustrom an Vertriebenen noch verschärft wurde. Zum Glück für uns heute gab es damals engagierte Männer und Frauen, die mit dem Aufbau einer parlamentarischen Demokratie begannen und diese im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankerten. Politisch war die Nachkriegszeit geprägt vom Ost-West-Konflikt, der auch in der Neulußheimer CDU engagiert diskutiert wurde. So lockte der Besuch des damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Dr. Helmut Kohl in der Turnhalle des Turnerbundes im März 1975 mehrere Hundert Besucher an. Die Schwetzinger Tageszeitung zitierte den späteren Bundeskanzler mit der Überschrift: „Die Wiedervereinigung nicht vergessen“. Das große Politikinteresse zeigte sich auch in der hohen Wahlbeteiligung von 80,6% bei der Kommunalwahl 1975. Oder darin, dass beim Besuch des damaligen CDU Generalsekretärs Heiner Geißler im Gasthaus „Zum Bären“ noch Stühle aus dem gegenüberliegenden Gasthaus „Zum Adler“ geholt werden mussten. Über den kommunalpolitischen Tellerrand hinaus blickte die Neulußheimer CDU auch im Jahr 1981, als auf Einladung der CDU Rhein-Neckar der Somalische Botschafter in der Hardthalle zu Gast war. Die CDU Neulußheim ist eingebunden in die Bundes- und Landes-CDU. Dennoch konnten die CDU-Vertreter im Neulußheimer Gemeinderat ihre Entscheidungen immer auf die örtlichen Gegebenheiten abstimmen. Anweisungen „von oben“ gab es nie, und das wird auch so bleiben, so die einhellige Meinung der aktuellen Fraktionsmitglieder. Eher ist das Gegenteil der Fall: Dank guter Kontakte zur Landes- und Bundes-CDU konnten immer wieder Verbesserungen für Neulußheim bewirkt werden. So nahm der Gemeindeverband im März 2009 den Besuch des damaligen baden-württembergischen CDU Innenministers Heribert Rech zum Anlass, auf den desolaten Zustand des Neulußheimer Bahnhofes hinzuweisen. Die Ministerkontakte und die zusätzlichen 1.600 Unterschriften, welche die CDU im Rahmen einer Unterschriftenaktion gesammelt hatte, brachten dann tatsächlich den Zug in Richtung Bahnhofssanierung ins Rollen. Mit Thomas Birkenmaier bewirbt sich bei der Landtagswahl im kommenden Frühjahr nun erstmals ein Neulußheimer CDU-Gemeinderat um einen Sitz im Stuttgarter Landtag. 70 Jahre CDU Neulußheim: das wäre ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich gewesen. Hervorzuheben ist hier der Neulußheimer CDU Ehrenvorsitzende Werner Schwesinger. Er war von 1982 bis 1992 CDU-Vorsitzender und ist auch heute noch immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Er selbst war nie im Gemeinderat, war aber als Bruder, Schwiegervater und Großvater von CDU-Gemeinderäten immer eng mit der Kommunalpolitik verbunden. Sein Enkel Andreas Sturm ist heute der CDU-Vorsitzende. Zu nennen ist auch das CDU-Urgestein Joachim Grzenkowski, der jahrzehntelang das Amt des Schriftführers innehatte. Seine akribische Dokumentation hat diesen Artikel erst ermöglicht. Frauen in der CDU Neulußheim In Neulußheim ist die CDU-Fraktion schon seit mehreren Wahlperioden zur Hälfte mit Frauen besetzt. Das war nicht immer so. Als erste CDU-Frau wurde im Jahr 1975 Hilma van Doorn in den Gemeinderat gewählt. Als Tochter von Alt-Bürgermeister Friedrich Stadler hatte sie Kommunalpolitik schon von Kindesbeinen an kennengelernt. Um „die weibliche Sicht der Dinge“ in die Politik einzubringen, gründeten engagierte Frauen im Jahr 1976 die Frauen-Union Lußheim. Motor und 1. Vorsitzende wurde Angela Schönig, die im Jahr 1980 erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde. „Wir mussten schon einige Widerstände überwinden“ erinnert sie sich heute. „Die Frage von Gemeinderatskollegen bei Terminen zur Mittagszeit, wer denn heute zuhause das Mittagessen kochen würde, war da noch harmlos“. Hoch motiviert kämpften die Damen für mehr Unabhängigkeit und Mitsprachemöglichkeiten. „Gemeinsam statt einsam“ war das Motto der Gründungsveranstaltung. Die Arbeit begann mit einem Mütternetzwerk zur gegenseitigen Unterstützung, der Teilnahme an Aktionen wie Straßenfesten und Ferienprogrammen und konkretisierte sich in der Forderung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Die Veranstaltungen damals wurden nicht nur gut angenommen, sondern waren auch finanziell erfolgreich, so dass immer wieder Spenden für soziale Zwecke vergeben werden konnten. Aktuell veranstalten die CDU-Frauen um Margret Grzenkowski jeden Mittwoch im Seniorenheim Haus Edelberg das Gedächtnistraining. Angela Schönig war bis zu ihrem Ausscheiden im vergangenen Jahr 34 Jahre Gemeinderätin und viele Jahre Fraktionsvorsitzende. Als Bürgermeister Stellvertreterin nahm sie zudem die Vereidigung von zwei Bürgermeistern vor. In Anerkennung für dieses Engagement erhielt sie neben der Ehrennadel in Gold auch die Staufer-Medaille, eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg. 25.09.15/

| Andreas Sturm, 06.11.2016, 21:02 Uhr

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