CDU Neulussheim

Passgenaue Unterstützung für jeden einzelnen Menschen

Landtagsabgeordneter Andreas Sturm (CDU) besuchte Johannes-Diakonie in Brühl / Intensive Einblicke in personenzentrierte Arbeit

Brühl. Nicht der Mensch muss in ein vorgegebenes System passen, sondern die jeweilige Unterstützung muss zum Menschen passen: Wie dieser Grundsatz im Alltag gelebt wird, erfuhr der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm (CDU) bei einem Besuch des Wohnangebots „Am Rennerswald“ der Johannes-Diakonie in Brühl.

Von links nach rechts: Rudi Bamberger, Melanie Amelung, Yvonne Jelinek, Andreas Sturm MdL, Torsten Schwarz und Gerhard Zirnstein. (Foto: Busse)Von links nach rechts: Rudi Bamberger, Melanie Amelung, Yvonne Jelinek, Andreas Sturm MdL, Torsten Schwarz und Gerhard Zirnstein. (Foto: Busse)

Gemeinsam mit dem Brühler Behindertenbeauftragten Rudi Bamberger sowie den Brühler CDU-Mitgliedern Gerhard Zirnstein (Gemeinderat) und Torsten Schwarz informierte sich Sturm über die Arbeit vor Ort. Gesprächspartner waren Karin Maidhof (Einrichtungsleiterin), Yvonne Jelinek (regionale Geschäftsleitung der Johannes-Diakonie) und Melanie Amelung (zuständige Bereichsleitung für intensivpädagogische Angebote) sowie Michael Walter (Leiter der Unternehmenskommunikation der Johannes-Diakonie).

Im Haus leben 28 erwachsene Menschen mit intensivpädagogischem Unterstützungsbedarf in fünf kleinen Wohneinheiten. Viele benötigen vor allem im sozialen und emotionalen Bereich intensive Begleitung. Auch Menschen aus dem Autismus-Spektrum leben hier.

Beim Rundgang wurde deutlich, was personenzentrierte Unterstützung konkret bedeutet. Einen Tagesablauf für alle gibt es nicht. Stattdessen wird bei jedem Bewohner genau geschaut: Was kann er? Was braucht er? Wie viel Gemeinschaft ist möglich? Wann wird eine Pause benötigt? Während einige Bewohner in einer Werkstatt arbeiten, nutzen andere die benachbarte Tagesstruktur. Auch dort richtet sich das Angebot nach den individuellen Möglichkeiten.

Viele Menschen im Haus haben bereits schwierige Lebenswege hinter sich. Einige erlebten schon seit ihrer Kindheit immer wieder, dass bestehende Angebote für sie nicht passten. Wechsel und Abbrüche gehören zu manchen Biografien, einzelne Bewohner kamen unmittelbar aus psychiatrischen Einrichtungen nach Brühl. Umso wichtiger sind Verlässlichkeit, feste Strukturen und tragfähige Beziehungen.

Genau hier kommt den Beschäftigten eine besondere Rolle zu. Sie begleiten die Bewohner rund um die Uhr, müssen Situationen aufmerksam wahrnehmen, Krisen richtig einschätzen und zugleich Entwicklung ermöglichen. Dafür braucht es neben fachlicher Kompetenz vor allem Herz, Geduld, Ruhe, Belastbarkeit und ein gutes Gespür für den einzelnen Menschen.

Wie wichtig dabei Vertrauen ist, schilderte Karin Maidhof sehr persönlich. Sie kennt viele Bewohner seit Jahren und hat ihre Entwicklung miterlebt. Oft seien es kleine Begegnungen, die zeigten, wie viel Beziehung entstanden ist.

Hinzu kommt die Verantwortung gegenüber den Angehörigen. Gerade ältere Eltern beschäftigt die Frage, was einmal mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter geschieht, wenn sie selbst nicht mehr da sind. Ihnen die Sicherheit zu geben, dass ihr Angehöriger in Brühl ein gutes Zuhause gefunden hat, gehört deshalb ebenfalls zur Arbeit der Einrichtung. Sturm zeigte sich von diesem besonderen Engagement beeindruckt.

Personenzentrierte Unterstützung bedeute eben nicht, jedem dasselbe anzubieten, sondern genau hinzuschauen und dem einzelnen Menschen die Hilfe zu geben, die er tatsächlich benötigt.

„Was hier täglich geleistet wird, verdient großen Respekt und Dankbarkeit“, sagte Sturm. Auch Rudi Bamberger warb dafür, Menschen mit Behinderung noch selbstverständlicher in das gesellschaftliche Leben vor Ort einzubeziehen. Für die 28 Bewohnerinnen und Bewohner ist „Am Rennerswald“ dabei vor allem eines: nicht einfach eine Einrichtung, sondern ihr Zuhause. (Text/Foto: Matthias Busse)